20.06.24 Etappe 22: Mimizan nach Capbreton

Heute war der Plan eigentlich eine etwas kürzere Etappe zu fahren, bis vor Seignosse, um dann den Nachmittag mal an den Strand gehen zu können. Leider ist es dann etwas anders gekommen als geplant.
Los ginge es ganz gut, ich konnte zeitig und trocken einpacken, und habe mir bei dem Laden am Campingplatz noch ein Croissant und einen Kaffee gekauft.
Nachdem man sich dort nirgends hinsetzen konnte, habe ich den Kaffee aus dem Pappbecherchen angelehnt an meinem Fahrrad getrunken. Da war dann so ein, ein "Ich-bin-schon-immer-auf-diesem-Campingplatz-ich-trinke-meinen-Kaffee-jeden-Morgen-hier-der Besitzer-kennt-mich-schon-Ich-weiß-was-los-ist"-Typ... Nachdem er zweimal um mich rumgekreist war, spricht er mich folgendermaßen an: "Ah, Schweizer!?...Also aus der Schweiz?" und schlürft seinen Kaffee. Natürlich hat er mich vorher auf Englisch bestellen hören, wusste also, dass ich kein Franzose war und kein Engländer, hielt sich aber offenbart für schlau. Und meinte wohl mir gegenüber durch die zweite Frage klarstellen zu müssen, dass Schweizer standardmäßig wohl aus der Schweiz kämen. Ich sag also "Nein", worauf er messerscharf "Ah, aus Deutschland?", ich nicke. Dann meint er "Also von Deutschland hierher? Mit dem Ding?", deutet abfällig (ja, ganz klar, eindeutig herablassend!) mit dem vorgeschobenem Kinn auf mein Fahrrad... Der beleidigt quasi meinen treuen Begleiter! Damit war das Gespräch dann für mich beendet... Er erzählt noch, er würde da auch einen sehr schönen Radweg von Bordeaux aus kennen, immer am Wasser lang, also sehr schön! Ich schlürfe ebenfalls lautstark von meinen Kaffee und erwähne nichts. Nachdem er mir noch erzählt hat, dass es die letzten Tage viel geregnet hätte und dass Fahrradfahren in Spanien nochmal ganz anders wäre, schleicht er sich endlich. Es gibt nicht viele so Typen, mit denen ich gar nicht kann, aber das war ein ausgeprägtes Exemplar dieser seltenen Spezies...

 

Die Fahrt war dann eher unspektakulär, Pinien-Wälder usw., nach einer Stunde etwa einsetzender Nieselregen, nach zwei Stunden hab ich 15 min unter einem Baum verweilt wegen dem inzwischen doch kräftigen Regen.

Nachdem ich dann in strömenden Regen vor dem Ziel-Campingplatz stand, musste ich einsehen, dass es mit Strand heute Nix wird und ich genausogut weiterfahren kann. 
Also nochmal 15 km drangehängt und nach einigen Fahrmanövern auf einem sandigen Pfad dann da angekommen. 
Nach einer Dusche sah alles wieder besser aus, der Regen hat auch aufgehört. Zum reinfahren in den Ort 2-3 km hab ich keine Lust mehr, es gibt ja ein Restaurant hier. Stellt sich dann raus, dass der Pizzabäcker heute frei hat und es nur Chips gibt. Naja, dann halt Bier und Chips, morgen bin ich dann in Biarritz...(reimt sich, und was sich reimt ist gut, sagte schon Pumuckl).😄

Die Etappendaten noch:

86 km, Fahrzeit ca. 4:30, Dauer: Recht lang...

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